1. ÖFWSCI

Züchterportrait Günter Donnerbauer

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Name: Günter Donnerbauer

geb: 10. August 1957

 

  • Geboren in Neumarkt/Kallham in Oberösterreich.
  • Kleintiere schon seit Geburt
  • Vogelzüchter seit 1975
  • RÖK- Mitglied seit 1980
  • ÖKB Mitglied seit 1993
  • verheiratet mit Maria seit 1976
  • 3 Kinder, 3 Enkelkinder
  • Beruf: Finanzpolizist

 

Die Vogelzucht wurde mir nicht in die Wiege gelegt.

 

Durch einen Bekannten (Ebetshuber Johann) meiner damaligen Freundin mit der ich in der Zwischenzeit 40 Jahre verheiratet bin, habe ich erstmals Kontakt zu Wellensittichen bekommen.

Mein erstes Paar WS bekam ich von Johann geschenkt, einen Käfig und eine Nistkasten gab er gleich dazu.

Es war ein grüner Hahn und eine blaue Henne. Der Käfig wurde in meinem Zimmer im elterlichen Haus in Puchberg bei Wels auf einen Tisch gestellt.

Was sehr selten gelingt ist bei mir passiert. Die Vögel schritten zur Brut, die Henne legte 9 Eier, brütete alle neune aus und alle 9 Jungvögel wurden flügge. Dieser Zuchterfolg ist mir in meiner nun schon über 40 jährigen Züchterzeit nie wieder gelungen. Ich bekam dann von meinem Vater einen Teil der Werkstätte und konnte dort meine ersten Volieren bauen. Dies war der Grundstein meiner Züchterlaufbahn.

Im Jahr 1975 bin ich dem Welser Vogelverein (jetziger ÖKB 42) beigetreten. Es war dies ein Verein, der sich um die Vogelanlage im Welser Stadtpark kümmerte. Dort wurde ich 1976 zum Zuchtwartstellvertreter gewählt, das war der Startschuss zur Funktionärstätigkeit.

Im Jahr 1980 bin ich dann dem E29 beigetreten. Zu dieser Zeit war ich mit Herrn Eder Helmut befreundet, der ein paar Jahre älter als ich ist und mich an seinem Wissen teilhaben lies. In der Zwischenzeit habe ich auch schon so genannte Standardwellensittiche gezüchtet und bin auch dem ÖWV beigetreten.

Die Funktionärstätigkeit hat mich von Anfang an begleitet. Ich hatte auch beim RÖK und beim ÖWV von Anfang an verschiedene Funktionen.

Die zuviel gezüchteten Vögel und anderen Kleintiere konnte man damals an den „Zoohandel Böck“ verkaufen, was für alle ein großer Vorteil war. Böck Karl dürfte vielen ein Begriff sein, er züchtet heute noch (obwohl schon über 80 Jahre alt) Brahma in verschiedenen Farbschlägen, Auch er war einer meiner Wegbegleiter.

Herr Eder wurde dann zum Spartenleiter der Sparte Vögel im RÖK gewählt und ich half ihm bei der Organisation und der Tätigkeit während der Bundesschauen, organisierte mit ihm Vereinsmeisterschaften und merkte bald dass mir diese Tätigkeit leicht von der Hand ging und genauso viel Freude bereitete, wie die Kleintierzucht.

Zur damaligen Zeit habe ich auch Rassekaninchen und Rassegeflügel gezüchtet und hatte dort schon schöne Erfolge. Der größte Erfolg war der Europameistertitel in Leipzig mit meinen Englischen Nonnentauben schwarz, die ich heute noch züchte.

Mit Böck Karl gründete ich den Verein E61 Thalheim bei Wels, und war dort Obmann stv., und Kassier.

Der nächste Verein bei dem ich Mitglied war, war der E1 unter Obmann Stroblmaier Hermann. Zu dieser Zeit hatte ich schon einige Bundesmeistertitel errungen und habe damals den Anfang der Schauzebrafinkenzucht erlebt. Das war so um 1980.

Von der Zucht der Schauwellensittiche zu den Schauzebrafinken war es kein großer Schritt, aber für einen jungen Familienvater mit einem kleinen Beamteneinkommen, der richtige Weg, da ich aus Kostengründen bei der WS Zucht nicht weiterkam. Damals war der Preis für einen SchauWS schon bei 1.000 Schilling (€ 75,–), was bei einem Einkommen von ca. 5.000 Schilling sehr viel war. Ein Zebrafink hingegen war bei ca 150 Schilling (€ 10,–)

 

Ein Höhepunkt meiner Funtionärstätigkeit war die Wahl zum Spartenobmann der Sparte Vögel im Jahr 1986. Ich durfte mit Häring Karl Freundschaft schließen, die bis zu seinem leider zu frühen Tod dauerte. Sein Wissen hat mich immer gestärkt und konnte ich von dem gelernten aufbauen. Beide wurden wir Opfer eines falschen Systems, er legte wegen Unstimmigkeiten im Verband seine Sparteleitertätigkeit einige Jahre vor mir zurück.

Die erste Bundesschau die ich leitete, hatte eine Tieranzahl von knapp 500. Das war mir zu wenig und so fing ich an, die mir bekannten Vogelzüchter zu animieren bei der Bundesschau des RÖK auszustellen und es ist mir mit Hilfe meines damaligen Stellvertreters Heinz Arminger gelungen die Anzahl der ausgestellten Tiere bei der nächsten Bundesschau auf über 1000 zu steigern.

Als nächster Wegbegleiter trat dann Ernst Wenzel in mein Leben. Er wurde Bundeszuchtwart und hat mit seinem Verein dem BL9 die Schauen aufgewertet und mit seinen Mitgliedern auf der Bundesschau mitgearbeitet.

1987 habe ich die Prüfung zum WS Preisrichter beim RÖK abgelegt. Die Prüfungen zum GS und zum Exotenpreisrichter folgten 2 und 4 Jahre später.

Damals habe ich unter anderen Hopfinger Dieter kennengelernt und es hat sich eine Züchterbekanntschaft ergeben, die später (1999) in die Brüche gegangen ist.

Mit Hopfinger und anderen habe ich den ÖZC (1. Österr. Zebrafinkenclub) gegründet und war dort bis 1998 Obmann.

Als nächster Wegbegleiter trat dann Ernst Wenzel in mein Leben. Er wurde Bundeszuchtwart und hat mit seinem Verein dem BL9 die Schauen aufgewertet und mit seinen Mitgliedern auf der Bundesschau mitgearbeitet. Mit Ernst bin ich immer noch befreundet.

 

Es ist mir gelungen die bis jetzt größte Vogelschau Österreichs mit 2246 ausgestellten Vögeln zu leiten, dies war 1998.

Zu dieser Zeit hatte ich schon sehr viele Preise gewonnen, auch international habe ich den ersten Weltmeistertitel 1986 mit einem Silberschnäbelchen in Italien.

 

Im Jahr 1999 habe ich meine Funktion als Spartenleiter im RÖK zurückgelegt. Auslöser war eine Meinungsverschiedenheit mit dem damaligen Präsidenten des RÖK, aber schon vorher habe ich in der Sparte Ungereimtheiten festgestellt, die mir nicht gefallen haben. Ich bin aber immer RÖK Mitglied geblieben und habe meinen Weg zum E 29 zurückgefunden, den ich heute noch als Obmann führen darf.

Meine Preisrichtertätigkeit habe ich als ÖKB-Preisrichter fortgeführt, wo ich ebenfalls Mitglied bin, 2003 habe ich im Jänner, in Holland meine Internationale OMJ Prüfung für GS und Papageien abgelegt.

Im ÖKB habe ich die Sparte WS und später die Sparte Krummschnäbel als Spartenleiter übernommen. Bei den diversen OMJ-Tagungen vertrete ich die österreichischen Interessen.

Ich habe in beiden Verbänden Preisrichter ausgebildet und die Fortbildung organisiert.

Auch beim ÖKB habe ich viele Championpreise in verschiedenen Vogelrassen errungen. Bronzemedailien bei Weltmeisterschaften mit Nymphensittichen und in Lausanne 2006 den Weltmeistertitel mit einem Stamm Blaugenicksperlingspapageien.

 

Schon während meiner Zeit als Spartenleiter im RÖK hatte ich die Idee, den kleinen WS als Rasse einzuführen, doch dort war die Zeit noch nicht reif, denn die Lobby der SchauWs Züchter war zu stark.

 

Zum Glück kam dann die Zeit, wo die COM, diesen in Italien immer zugelassenen Rassevogel, auch bei Weltmeisterschaften zuließ. 2008 habe ich dann sofort nach der ersten WM begonnen den in meinem Hinterkopf gespeicherten Vogel für mich, zu erzüchten.

 

2010 ist ein Wunschtraum von meiner Frau und mir in Erfüllung gegangen.

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Wir konnte in der Ramsau bei Molln in OÖ eine kleine Landwirtschaft kaufen und führen diese zu zweit mit vielen Tieren.

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Wir züchten Ziegen, Kamerunschafe, Gänse, Puten, Enten, Hühner, Kaninchen und Vögel. Wir produzieren Ziegenkäse und Hühnereier, sowie Schlacht- und Zuchtgeflügel.

Unsere derzeitigen Rassetiere sind: FarbWS, Schauzebrafinken, Gelbseitensittiche, Amrockhühner und Engl. Nonnentauben.

 

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Wir kommen mit keinen Nachbarn mehr in Konflikt und ich konnte endlich eine Volierenanlage bauen, wie ich sie mir schon immer gewünscht habe.

 

Die erste Weltschau, an der ich dann mit meinen FarbWS teilnahm, gab meiner Idee recht, denn der Vogel gefiel den Preisrichtern und ich konnte auf Anhieb 5 Gold und 2 Silber Medaillen gewinnen Im Jahr darauf war die WM in der Hochburg dieser Rasse in Italien und auch dort wurde meine Arbeit mit 3 Gold 2 Silber und 1 Bronzemedaillen entlohnt. Holland im Jahr 2015 war eine Reise Wert. 5x Gold 2x Silber.

2015 war das bisher erfolgreichste Jahr meiner Züchterlaufbahn. Ich konnte mit meinen WS den Europachampion und 6 Europagruppensieger, stellen. Das absolute Highlight aber war für mich, dass von den 16 Siegertieren dieser Europaschau 13 von Züchtern und mir gestellt wurden die aus meinen Nachzuchten stammten.

2016 hatte ich die Ehre, wie 2012 auf der Weltschau als Preisrichter tätig zu sein. Wie schon 2012 durfte ich die Agaporniden bewerten, das ist eine Vogelrasse die mir sehr liegt, habe ich sie doch fast immer in meinem Bestand gehabt und konnte ich 2000, bei der Jubiläumseuropaschau

2 Europameister und 3 Rassesieger mit Rosenköpfchen stellen. Auch einige Champions, Bundesmeister und Rassesieger gingen aus dieser Rasse hervor.

 

Im September 2014 gründete ich mit einigen deutschen und österreichischen Züchterfreunden den 1. ÖFWSCI (1. österr. Farbwellensittich-Club International).

In der Zwischenzeit hat der Verein 37 Mitglieder aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

 

Schon seit einigen Jahren bin ich der Obmann des E29 Wels. Die Gründung des Sondervereins SV 29 und des ÖKB 29 bewirkte einen Aufschwung im E29, da ich diese Vereine alle unter eine Führung gestellt habe und dadurch einen sterbenden Verein wieder zum Leben erwecken konnte.

Die erste Clubschau wurde in Tittling bei Passau, durchgeführt. Die 2. Clubschau wurde 2016 in Bad Wimsbach organisiert und war ein toller Erfolg bezüglich der Schau aber auch für mich persönlich, Konnte ich doch den besten Vogel der Schau, den besten Altvogel, den besten Jungvogel und das beste Jungvogel Gegengeschlecht, sowie 8 der 10 Gruppensieger stellen. Es waren 157 WS ausgestellt und ich hatte Unterstützung des Wiener Tümmler Komitees, das sich mit einer hochinteressanten Werbeschau beteiligte.

Beim Europachampionat 2016 errang ich 2 Europagruppensieger, meine Freude war wieder, dass der Europachampion, das beste Gegengeschlecht, der beste Jung, der beste Alt und die dazugehörigen Gegengeschlechter, sowie 9 der 12 Europagruppensieger von Clubmitgliedern errungen wurden.

 

Das Jahr 2017 beginnt wieder sehr erfolgreich.

Bei der Weltmeisterschaft in Almeria (Spanien)habe ich im Jänner 2017 mit meinen FarbWS 3x Gold, und 2x Bronze gewonnen

 

Zum Schluss noch meine Gedanken bezüglich Vereinswesen:

Ich bin der festen Überzeugung und ich habe stets so gehandelt, obwohl es manchmal schwer war, dass die Beschäftigung mit Tier und Mensch in der Freizeit, sowie die Übernahme einer Funktion im Verein wichtig und entspannend sind.

Ich gehe in meiner Freizeit Konflikten aus dem Weg, denn diese habe ich in meinem Beruf als Finanzpolizist genügend. In der Freizeit ist mir Harmonie das Wichtigste.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, all meine Erfahrungen, die ich als Züchter und Funktionär gemacht habe, weiterzugeben, damit interessierte KollegInnen, schneller an ihr erstrebtes Ziel kommen können.

Dazu wird im April wieder eine Züchterschulung mit Handelsmarkt bei mir am Hof abgehalten, zu der alle Clubmitglieder und die, die es noch werden wollen, sehr herzlich eingeladen sind.

 

Unser Verein unterhält auch eine Homepage www.farbwellensittich-club.de  auf der alle Infos, die den Verein betreffen nachzulesen sind, auch Neuigkeiten werden dort laufend veröffentlicht.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass nur ein gemeinsamer Weg unser Hobby am Leben erhalten wird. Nur wenn wir gemeinsam und in Harmonie miteinander werken, können wir uns gegen die Gegner unserer Zunft zur Wehr setzen.

 

Mit freundlichem Züchtergruß

Günter Donnerbauer

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